HEIZUNG/LÜFTUNG/ELEKTRIZITÄT Energietechnik im Gebäude     BAU & ENERGIE

7.1 Übersicht

Ausgewählte Firmen der Warmwasserversorgung

7.1 Übersicht
7.2 Wassererwärmung und Warmwasserspeicherung
7.3 Warmwasserverteilung
7.4 Planung

7.1.1 Energetische Bedeutung

7.1.1 Energetische Bedeutung – 7.1.2 Temperatur – 7.1.3 Legionellen-Vorbeugung – 7.1.4 Warmwasserbedarf

In sehr gut wärmegedämmten Wohngebäuden verursacht die Warmwasserversorgung bis über die Hälfte des gesamten Wärmeenergieverbrauchs. Der Energieaufwand hängt stark vom Benutzerverhalten sowie von Konzept und Dimensionierung der Anlage ab. Eine konzentrierte Anordnung der Entnahmestellen um den Wassererwärmer ist eine Voraussetzung für geringe Energieverluste der Warmwasserverteilung. Lassen sich weit auseinander liegende Entnahmestellen mit geringem Verbrauch nicht umgehen, so sind lokale Wassererwärmer oft zweckmässiger als eine Zentralversorgung (Bild 7.1). Selten benutzte Entnahmestellen sind zu vermeiden.

Warmwasserversorgungsanlage (Zentralversorgung eines Mehrfamilienhauses)
Bild 7.1 Warmwasserversorgungsanlage (Zentralversorgung eines Mehrfamilienhauses)

7.1.2 Temperatur

7.1.1 Energetische Bedeutung – 7.1.2 Temperatur – 7.1.3 Legionellen-Vorbeugung – 7.1.4 Warmwasserbedarf

Je nach Verwendungszweck werden verschiedene Warmwassertemperaturen an der Entnahmestelle gewünscht:

  • Körperpflege 35 bis 45 °C
  • übrige Haushaltzwecke (Geschirr spülen, reinigen) 50 bis 60 °C
  • Legionellen-Desinfektion 60 bis 65 °C

Für die Festlegung der Warmwassertemperatur sind nebst den Nutzerbedürfnissen folgende Randbedingungen von Bedeutung:

  • Tiefe Temperaturen sind energetisch günstig.
  • Hohe Temperaturen ergeben kleine Speichervolumen.
  • Über 60 °C nimmt die Verkalkung stark zu.
  • Unter 55 °C können Legionellenprobleme entstehen.

7.1.3 Legionellen-Vorbeugung

7.1.1 Energetische Bedeutung – 7.1.2 Temperatur – 7.1.3 Legionellen-Vorbeugung – 7.1.4 Warmwasserbedarf

Legionellen sind Bakterien, für welche stagnierendes Wasser von 25 bis 50 °C günstige Lebensbedingungen bietet. Sie können bei geschwächten Personen, welche Aerosole (z.B. beim Duschen) einatmen, Lungenentzündung hervorrufen. Obwohl Erkrankungen eher selten sind, gelten recht einschneidende Vorschriften. Dabei wird nach Risiko unterschieden:

  • Risikostufe gering: Wohnen EFH, Wohnen MFH ohne Zentralversorgung, Verwaltung, Schulen ohne Duschen, Verkauf, Restaurants, Versammlungslokale, Lager.
  • Risikostufen mittel und erhöht: alle anderen Gebäude.

Grundsätze zur Legionellen-Vorbeugung [SIA 385/1]:

  • Es müssen 60 °C am Ausgang des Wassererwärmers, 55 °C in den warm gehaltenen Leitungen und 50 °C an den Entnahmestellen erreicht werden können (ausgenommen Durchflusswassererwärmer).
  • Trinkwasser, das bei einer Temperatur von 25 °C bis 50 °C während mehr als 24 Stunden nicht genutzt wird, muss während einer Stunde auf 60 °C erwärmt werden (bei geringem Risiko wird dies nur empfohlen).
  • Das Speichervolumen soll knapp ausgelegt werden.
  • Behälter mit Warmwasser müssen regelmässig gereinigt bzw. entkalkt werden.
  • Kaltwasserleitungen sollten so installiert werden, dass eine Erwärmung durch parallel laufende Warmwasser- oder Heizungsleitungen vermieden wird.
  • Im Warmwasserverteilsystem darf keine unbenutzte, mit Wasser gefüllte Leitung vorhanden sein.
  • Selten benutzte Entnahmestellen sollten regelmässig gespült werden.

7.1.4 Warmwasserbedarf

7.1.1 Energetische Bedeutung – 7.1.2 Temperatur – 7.1.3 Legionellen-Vorbeugung – 7.1.4 Warmwasserbedarf

Der Warmwasserverbrauch ist sehr benutzerabhängig. Für die Planung von Neubauten und in der Regel auch von Erneuerungen werden Auslegungswerte gemäss Bild 7.2 gewählt. Ein «Normliter» bedeutet einen Liter Wasser, welcher von 10 auf 60 °C erwärmt wurde. Er entspricht einer Wärmeenergie von 210 kJ bzw. 0,058 kWh. Weicht die Temperatur von 60 °C ab, so ist die Wassermenge energetisch gleichwertig umzurechnen.

Nutzwarmwasserbedarf in Normliter pro Tag
Bild 7.2 Nutzwarmwasserbedarf in Normliter pro Tag (erwärmt von 10 auf 60 °C, 1 Normliter entspricht 0,058 kWh), Auszug [SIA 385/2]

In bestehenden Bauten können stattdessen auch Verbrauchsmessungen gemacht werden. Diese gelten allerdings nur für die aktuellen Benutzer. Bei einer grossen Zahl von Bezügern gleichen sich die individuellen Unterschiede aus, womit das durchschnittliche Verbrauchsverhalten für die Gesamtheit als repräsentativ gelten kann.

Hinweis: In der Zuleitung zum Wassererwärmer gemessene Wassermengen umfassen nicht nur den Nutzwarmwasserverbrauch an der Entnahmestelle, sondern auch die Ausstossverluste der Ausstossleitungen.